In Abwandlung der allseits bekannten volkstümlichen Redensart könnte man konstatieren: „Wenn es den Senioren zu wohl wird, gehen sie aufs Eis.“

Statt im Club das Fairway umzupflügen verlegten sie heute ihren sportlichen Ehrgeiz nach Rheinmünster und beschlossen Curling zu erlernen. Schließlich hatte das während der Olympischen Spiele im Fernsehen immer so elegant ausgesehen: Ein tiefer Ausfallschritt, ein lässiger Schwung und der Stein gleitet majestätisch übers Eis.

„Das kriegen wir locker hin“, war die allgemeine Meinung beim Betreten der Eishalle des ESC Hügelsheim. Zunächst erhielten die zehn angetretenen ASKler eine ausführliche Einführung in Technik, Regeln, Punkte zählen – alles wurde von Manon Harsch, Jugendwartin beim Baden Hills Golf & Curling Club, mit großer Begeisterung für ihren Sport gewissenhaft erklärt. Man nickte wissend, stellte fachkundige Fragen und war sich einig: Golf und Curling haben einiges gemeinsam. Konzentration, Gefühl, Präzision. Also eigentlich ein Heimspiel.

Doch noch bevor der erste Stein offiziell ins Spiel gebracht wurde, sorgte die Realität für Erschrecken: Der erste Sturz. Sofort zog sich die Mehrheit der Gruppe entschlossen Antirutschsohlen über die Schuhe.

Dann begann der praktische Teil. Der berühmte tiefe Ausfallschritt aus dem Fernsehen, diese elegante Bewegung, bei der man fast tänzerisch über das Eis gleitet, erwies sich plötzlich als … nun ja … optimierungsbedürftig.

Nach einigen sehr engagierten, aber eher traurigen Versuchen wurde zum „Curling Delivery Stick“, einem Abgabestab, gegriffen. Dieses Hilfsmittel ermöglicht es, aus dem Stand den Stein anzuschieben, ohne sich in akrobatische Verrenkungen begeben zu müssen.

Die Gruppe reagierte pragmatisch. Von den zehn Teilnehmern griffen neun dankbar zum Stab. Nur eine mutige Dame bestand darauf, es weiterhin klassisch zu versuchen. Mit dem Stick wurde es tatsächlich besser. Die Steine bewegten sich jetzt immerhin in Richtung Ziel, was bereits als deutlicher Fortschritt gewertet wurde, so dass ein Wettbewerb zwischen jeweils zwei Fünfer-Curlingmannschaften ausgetragen werden konnte. Wer das souverän für sich entschied, wird vom Chronisten rücksichtsvoll nicht weiter ausgeführt.

Nach getaner Arbeit trafen sich alle samt der Lehrmeisterin im Restaurant des dortigen Golfclubs in dem wir endlich einmal zur Abwechslung mit italienischer Küche verwöhnt wurden.

Alles in allem: Ein gelungener Ausflug in sportliches Neuland. Ob jemand der Einladung von Frau Harsch zur Teilnahme an einem im Herbst anstehenden Wettkampf für Curling-Anfänger folgt, wird sich zeigen.

Ein herzliches ‚Dankeschön‘ an unseren Seniorscaptain Gerhard Mayer für die gute Organisation!

Georg de Frênes